Freitag, 27. Januar 2012

Sollbruchstücke

Am Ende des Tages blutet die Sonne in die Himmel
das Meer in mir wogt und
bis die sprachlos gewordenen Erinnerungsmühlen
die Gedanken wieder zu Staub zermahlen
im Flaschenglück ertrinken
bis der Morgen anbricht
wo in der Toilette
noch die kindlichen Schnipsel
der Freiheitsversprechungen schwimmen werden
mondberauscht Biedermeierzukunftsillusionen
in Züge abschieben
die auf Abstellgleise rollen
bei Sonnenaufgang die Schuhe schnüren
und im Kreis laufen
es Spaziergang nennen
die Gedanken auf die Reise zur Quelle schicken
und darauf vertrauen
gereift und gewachsen
wieder
diese eines Tages
aus dem Fluss zu fischen
bevor sie im Meer verloren gehen

Mittwoch, 25. Januar 2012

Krautwald-Schluss

Am Wochende schließt die Krautwaldfabrik endgültig ihre Türen.

Am Sonnabend besteht letztmalig die Chance den 1888 erbauten Ballsaal, der in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts zur Maschinenfabrik Krautwald wurde, zu besichtigen. Zum Abschluss gibt es interaktive Lichtinstallationen von KAZOOSH!

mehr unter: metropole-pieschen.org.

Hier nochmal ein Blick in die Fabrik während der Ausstellung von Stephan Popella und Christoph Beyer im August 2011 krautwaldfabrik.aerorama.net.

Samstag, 21. Januar 2012

Haiku

kalte Bettfalten
Kaffee schwarz, ohne Zucker
Handys und Arbeit

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im Norden ein Steg
Vögel und das Ende der Welt
im Süden Berge

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Am nächsten Abend
kämpft der Boxer weiter
mit seinem Schatten


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ich hörte mir zu
als ich schwieg
ein Spatz tschilpte

Montag, 16. Januar 2012

Der Maulkorb liest #3

Ich werde kurzfristig am 17.1. 20.00 Uhr in der Veränderbar lesen, da Eyk Deutschmann leider erkrankt ist.

Es wird den einen oder anderen Auszug aus der Weltverbessersmaschine geben. Vielleicht auch etwas ganz anderes. Mal sehen.

Freitag, 6. Januar 2012

Gedankenpferde

Der Weg ist das Ziel hatten wir auf unsere Fahnen geschrieben.
Kein Wunder das wir nie ankamen.
Wir ritten auf Gedankenpferden ins Nirwana und landeten an der Wallstreet.
Zur Mainstreet hatten wir es nicht geschafft.
Der erstbeste John Doe hielt uns eine Knarre an den Schädel und zwang uns zum abbiegen.
Wir folgten der Fieberkurve des Dow Jones und landeten in einer Sackgasse aus der es kein Entrinnen mehr gab.